Oft ist es wichtig, nicht die perfekte Lösung für immer, sondern die nächstbeste für jetzt zu wählen. Das „Jetzt“ kann Tage, Monate oder sogar ein Jahr dauern. In agilen Teams wissen wir: Entscheidungen sind nicht in Stein gemeißelt. Wir können jederzeit nachbessern, ohne den Arbeitsalltag zu blockieren. So fällt es leichter, Lösungen umzusetzen, die mit den aktuellen Ressourcen machbar sind – auch wenn sie nicht ideal erscheinen.
Viele Teams, mit denen ich arbeite, haben diese Kultur noch nicht verinnerlicht. Sie sind oft gelähmt von der Komplexität und dem Druck, die perfekte Entscheidung zu treffen. Dabei übersehen sie, wie viel Fortschritt sie bereits mit einer „gut genug für jetzt“-Lösung erreichen können.
In der Soziokratie gibt es einen Leitsatz: Ist ein Vorschlag „good enough for now, safe enough to try“ (Gut genug für jetzt und sicher genug, um ihn auszuprobieren)? 🛠️ Dieser Satz hat in vielen angespannten Situationen geholfen, den Fokus zurück auf das Wesentliche zu lenken: den Vergleich zwischen Status Quo und Verbesserungspotenzial. Kombiniert mit einer klaren Vereinbarung, wann die Entscheidung überdacht wird, entspannen sich die Teams und treffen trotz Bedenken eine Wahl.
Überraschend war für mich, wie wirkungsvoll dieser Ansatz war: Teams berichteten, wie dankbar sie für diese Perspektive waren – und wie dieser Satz fortan ein fester Bestandteil ihrer Sitzungen wurde. 💡