Passivlösung: beschreibt die Situation, die entsteht, wenn die Gruppe keinen gemeinsamen Entschluss fasst. Sie ist die Referenz zu allen anderen Alternativen, da Entscheidungen immer einen Vergleich erfordern. Die Passivlösung kann der Istzustand sein, wenn dieser definiert und klar ist. Sonst kann die Passivlösung auch „Unklarheit“ sein. Auch „Der Chef entscheidet“ kann die Passivlösung sein.

  • Die Passivlösung stellt die „Grenze der Zumutbarkeit“ dar. Denn eine Lösung, die weniger akzeptiert wird als die Passivlösung, ist nicht zumutbar.
  • Die Passivlösung stellt die „Schwelle der Ausführbarkeit“ dar: Sämtliche Vorschläge deren Akzeptanz höher liegt als jene der Passivlösung sind zur Ausführung geeignet. Dies können durchaus mehrere Vorschläge sein. Falls diese Vorschläge einander widersprechen, sind jene mit höherer solchen mit geringerer Akzeptanz vorzuziehen. Diese „Schwelle der Ausführbarkeit“ ersetzt die künstlichen Maßzahlen – wie relative, einfache oder 2/3-Mehrheit – welche beim Mehrheitsprinzip nötig sind.
  • Die Passivlösung ist Teil der Realität und sollte den Teilnehmern bewusst gemacht werden.
  • Geringe Akzeptanz der Passivlösung führt zu großer Motivation der Gruppe zum Entwickeln besserer Lösungsvorschläge.
  • Die Differenz zwischen der Akzeptanz der konsensierten Lösung/dem konsensierten Vorschlagund jener der Passivlösung dient als Maßstab für die Verbesserung, welcher durch die Umsetzung des Entscheids erzielt werden kann.

Eine positiv formulierte Passivlösung erleichtert das Widerstandsempfinden. Falls keine positive Formulierung gefunden wird, hilft ein Voranstellen von „Wir entscheiden“ vor den negativen Sachverhalt. Beispiel: „Wir entscheiden, keine gemeinsame Reise zu unternehmen“

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